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Gestalten und Lernen


Die Ausbildung im Bereich “Gestalten” hat in der Sonderschul-Lehrerausbildung in der II. Phase eine lange Tradition. Durch die Möglichkeit einer grundsätzlichen Standortbestimmung im Bereich “Gestalten” bis hin zu Neuformulierungen im Rahmen der neuen Prüfungsordnung (vgl. Sonderpädagogische Handlungsfelder im Bereich der “Kulturarbeit”) sowie der Hinzunahme der aktuellen Projektdefinition von “Gestalten und Lernen” lassen sich weitere deutliche Akzente einer Weiterentwicklung von Erziehung und Unterricht an den Ausbildungsschulen sowie innerhalb der Ausbildung am Seminar formulieren.

“Gestalten und Lernen” sollte hierbei als stufen- und gruppenübergreifende Projektarbeit bei der Arbeit in offenen Werkstätten im Rahmen von Seminaren in enger Kooperation mit Ausbildungsschulen, der Ausbildungsgruppe, und externen Partnern als konkrete Projektbegleitung methodisch interdisziplinär definiert und praktiziert werden.
 
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Publikationen

Gestalten und Lernen - Projekte und Kulturarbeit an Sonderschulen

Heft 1/ 2009
Heft 2/ 2009
Heft 3/ 2009
 
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Aspekte in der Ausbildung

Die Ausbildung im Bereich “Gestalten” hat in der Sonderschullehrerausbildung in der II. Phase in Stuttgart eine lange Tradition. In Laufe der letzten Jahre wurde nun eine grundsätzliche Verankerung des Bereichs “Gestalten und Lernen” auf verschiedenen Ebenen vorgenommen. So bei Veränderungen im Rahmen der neuen Prüfungsordnung für das Lehramt an Sonderschulen im Rahmen der Sonderpädagogischen Handlungsfelder im Bereich Kulturarbeit (vgl. Beispiele aus „Gestalten und Lernen“). Weiter wird der Bereich “Gestalten und Lernen” in der aktuellen Fassung des Bildungsplanes der Förderschulen im Rahmen der individuellen Lern- und Entwicklungsbegeleitung (ILEB) aufgeführt, welche bei der Gestaltung von Schule und Unterricht als durchgängige Orientierung zu berücksichtigen ist. Hierbei lassen sich deutliche Akzente einer Weiterentwicklung von Erziehung und Unterricht in der Ausbildung am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in der Abteilung Sonderschulen formulieren.

“Gestalten und Lernen” in der Ausbildung wird hierbei als fachbereichsübergreifende Projektarbeit (z.b. Projektkompaktwochen), bei der Arbeit in offenen Werkstätten (offener Werk – und Kunstraum), im Rahmen von Seminaren (fachpraktischen Übungen), in enger Kooperation mit Ausbildungsschulen, der Ausbildungsgruppe und externen Partnern - als konkrete Projektbegleitung methodisch interdisziplinär definiert und praktiziert. In diesem Zusammenhang, finden Aspekte der Persönlichkeitsbildung/ Identitätsentwicklung als wichtige Gestaltungsprozesse eine besondere Berücksichtigung.

Handlungsfelder im Bereich „Gestalten und Lernen“

Bei der Auswahl des Handlungsfeldes im Rahmen der neuen Prüfungsordnung wurden im Durchschnitt ca. 25 % (2005-2009/ Kurs 32, 33, 34,35,36) im Bereich „Gestalten und Lernen“ durchgeführt. Alle Handlungsfelder sind hier verzeichnet.

Einige Beispiele aus dem Bereich „Gestalten und Lernen“

  • „Mach mit - pack an“ - Schülerinnen und Schüler machen integrative Erfahrungen in einer schulartübergreifenden Kunst-AG.
  • „Ab ins Netz“ - Neue Medien an der SfG - Schüler erstellen eine Site der Schulhomepage für Schüler.
  • „Musik, die gemeinsame Sprache der Menschheit“ - Anbahnung einer Koop. zwischen der SFG und der Städt. Jugendmusikschule.
  • „Bewegen - Spielen – Lernen“ - Die Psychomotorik als ein Angebot der Frühförderung.
  • „Vorhang auf!“- Menschen mit Behinderung spielen Theater in Kooperation mit einem städtischen Theater.
  • „Schule macht Radio!“ - Gestaltung einer Radiosendung mit SchülerInnen der Oberstufe an der SfG.
  • "Wir machen nicht nur Druck"- Gestalten für Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung.
  • „Musik liegt in der Luft!“- Schüler der SfG werden an der Musikschule unterrichtet.
  • Mit hörgeschädigten Kindern in den Wald; „Natur erleben“ - Umgang und Erfahrungen mit Naturmaterialien.
  • Motopädagogische Förderung hörgeschädigter Kinder unter Einbeziehung selbst hergestellter Puppen.
  • „Experimente mit Farbe“ - Kunstkurs für erwachsene Menschen mit einer Körperbehinderung.
  • „Gestalten und lernen im Rahmen der schulischen Kulturarbeit“ - Schaffung von Begegnungsräumen zwischen Schulen und außerschulischen Künstlern.
  • „Schulhofgestaltung“ – ein Schulentwicklungsprojekt.
  • „Zirkus Heloni“ - Ein psychomotorisches Konzept zur Förderung des Selbstkonzepts mit SchülerInnen der Eingangsstufe einer Schule für Sprachbehinderte.
  • "Romantik am Neckar - sprachbehinderten Kindern begegnet Kunst.
  • Gestaltung einer Trommel-AG mit Dritt- und Viertklässlern der Schule für Sprachbehinderte zusammen mit Schülern der SFG.
  • „Bunte Schule“ - Sehbehinderte Jugendliche gestalten ihr Schulhaus.
  • „Räume schaffen und gestalten“ - Kreatives Werken als Entwicklungsmöglichkeit des individuellen Ausdrucks.
  • „Meine ART“ - Künstlerisches Arbeiten in einem offenen Atelier.
  • „Aus der Rolle gefallen“ - Kinder mit und ohne Behinderung begegnen sich bei theaterpädagogischen Angeboten.
  • „WALDraum“ - Leben, Erleben und Ausleben.
  • Stärkung der kommunikativen Kompetenz sprachbehinderter Kinder durch plastisches Gestalten.
  • „Sehbehindert und Kunst - na und?!“ - Sehbehinderte Kinder erleben Kunst im Museum.
  • "Pausenknüller" - Herstellung und Erprobung verschiedener Materialien zur Gestaltung der Unterrichtspausen an einer Schule für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche.
  • „Film-Kids“ - Ein Medienangebot für Grund- und Förderschüler in Kooperation mit schulischen und außerschulischen Partnern.
  • "Aus Alt mach` Neu" - Kreatives Gestalten mit Gebrauchtwaren.
  • „Fotografieren“ - als Handlungsfeld der Sprachförderung.
  • "Gemeinsam sind wir Clowns." Eine kooperative Clown-Theater-AG von Schülern der SFG und Schülern der Realschule.
  • „TONSPUREN“ - generationsübergreifende künstlerische Arbeit mit Schülern der Schule der Erziehungshilfe.
  • „Pfad der Sinne“ - Planen und Gestalten perzeptueller Erfahrungsstationen.
  • „Kunst macht sichtbar“ Form und Farbe als eine Möglichkeit des Ausdrucks für hörgeschädigte Jugendliche.
  • „Dschungelfreunde“ – Ein Musicalprojekt.
  • "Es war einmal …" - Schülerinnen und Schüler dreier Schularten begegnen sich in einem kooperativen Märchenprojekt.
  • „Hier brennt nichts an!“-- Schüler der Oberstufe gestalten das Pausencafé.
  • „Experimente mit Farbe“ - Kunstkurs für erwachsene Menschen.
  • "Abenteuer Erde" - Schülerinnen und Schüler einer Schule für Geistigbehinderte gestalten in Kooperation mit anderen zum aktuellen Schulkunstthema.
  • „Schatten und Licht“ – ein kooperatives Fotoprojekt von Schülerinnen und Schülern im Rahmen einer Schulkooperation.
  • „Schülerband“ - Jugendliche nehmen selbstverantwortlich am kulturellen Leben einer Stadt teil und gestalten ihre Freizeit aktiv.
  • „Wir bringen Steine ins Rollen...“
  • Ein Kooperationsprojekt zum Thema "Steinbildhauerei" mit Schülern der Differenzierten Werkstufe und Hauptschülern.
  • „Instrumente aus Alltagsmaterialien bauen und gestalten“
  • Rhythmisch-musikalische Erziehung in Kooperation zwischen Regelschule und Sonderschule.
  • „Bewegung wird Gestalt“ - Schüler de (SfE) und der (GS) gestalten mit Ton.
  • „Ich bin ein Künstler“ -ARTikulation mit Farben. Bildnerisches Gestalten an der Schule für körperbehinderte Kinder und Jugendliche als außerunterrichtliches Kompaktförderangebot.
  • „Pfad der Sinne“ - Weiterentwicklung berufsrelevanter Fähigkeiten und Fertigkeiten bei Schülerinnen und Schülern der 9. Klassen durch Planen und Gestalten perzeptueller Erfahrungsstationen.
  • „Vorhang auf!“ Theaterspielen an einer Schule für Sprachbehinderte - Beziehungen eingehen und gestalten.
  • „Eine Welt voller Wunder“ - Schülerinnen und Schüler gestalten Material für den Schwarzlichtraum, realisiert durch Patenschaften.
  • „Nix wie raus!“ Kreatives Gestalten hörgeschädigter Kinder in und mit der Natur.
  • „Aus Alt mach Neu“ - Kreatives Gestalten mit Gebrauchtwaren.
  • “Kunstwerkstatt” - Erleben und Gestalten.
  • „Räume schaffen und gestalten“ - Kreatives Werken als Entwicklungsmöglichkeit des individuellen Ausdrucks für Internatschüler am Hör- Sprachzentrum.
So lassen sich aus den einzelnen Handlungsfeldern unterschiedliche Zugänge für fachpraktische Inhalte in der Arbeit am Seminar formulieren, die in enger Kooperation mit methodisch didaktischen Fragestellungen und unter schulpädagogischen Aspekten konzipiert und durchgeführt werden. Möglichkeiten der schulkooperativen Arbeit sowie der Kooperation mit außerschulischen Partnern stehen dabei immer in einem besonderen Focus.
"Handlungsfelder sind hier dadurch gekennzeichnet, dass Kooperation über das im Unterricht übliche Maß hinausgehend realisiert werden muss. (mit Kollegen, Schulen, Eltern, Vereinen, Betrieben, und anderen Institutionen...) Außerdem werden in der Regel Organisationsstrukturen entwickelt oder auf solche zurückgegriffen, die über die übliche schulisch-unterrichtliche Strukturen hinaus reichen." (vgl. Diskussionspapier des Seminars 2003)


Zielformulierungen bei der Weiterentwicklung von Erziehung und Unterricht

Durch prozessorientierte Projektbegleitung und Beratung sowie durch kontinuierliche Reflexion und Evaluation während der Projektarbeit im Handlungsfeld „Gestalten und Lernen“ soll dabei ein tragfähiges Konzept zur weiteren Einbindung, am Seminar weiterentwickelt werden. Zielformulierungen für Anwärterinnen und Anwärter:

  • Gestalten als wichtigen Lernprozessbegleiter und Lernprozessauslöser erleben.
  • Durch Gestalten einen Einblick in bisher verborgene Anteile und Ressourcen gewinnen.
  • Durch klassen- und schulübergreifendes Gestalten die Kommunikation und Zusammenarbeit erweitern.
  • Gestalten als Schwerpunkt in der schulischen Arbeit erleben.
  • Neue und flexible Organisationsstrukturen entwickeln, welche Gestalten und Lernen als ein Unterrichtsprinzip ermöglichen.
  • Die Förderung der Identitätsentwicklung als Gestaltungsprozess wahrnehmen und eng verwoben mit gestalterischem Handeln sehen.
  • Mit außerschulischen Institutionen, wie Vereinen Künstlern, Jugendwerkstätten und der Jugendarbeit kooperieren
Innovation im Bereich “Gestalten und Lernen” führt so zwangsläufig zu einer Weiterentwicklung und Veränderung von Erziehung und Unterricht. Dies zu dokumentieren und Synergieeffekte aus der Zusammenarbeit und Begleitung von Schule und Seminar aufzuzeigen ist ein weiterer Schritt in Reflexion und Evaluation bei dessen Prozess alle Beteiligten miteinbezogen werden. In der Ausbildung im Rahmen der 2. Phase lassen sich weitere didaktische Aspekte formulieren:

Die Inhalte des Handlungsfeldes “Gestalten und Lernen” eröffnen immer neue Fragen und Aspekte, die weitere Maßnahmen erfordern und einen stark kooperativen interdisziplinären Charakter haben:
  • Sie fördern professionelles nachhaltiges Arbeiten.
  • Sie stehen in engem Kontakt mit einer sich ständig Gesellschaft.
  • Sie spiegeln Gestaltungsprozesse in sich und fördern die aktive Auseinandersetzung mit den jeweiligen Inhalten.
  • Sie beinhalten Interdisziplinarität und fördern die Kooperation mit allen am Prozess Beteiligten.
  • Sie machen neugierig und motivieren zu kooperativem Handeln Arbeiten im Projekt.
  • Sie fordern ein professionelles Arbeiten ein, bei der unter guten Bedingungen Qualität weiterentwickelt und gesichert werden kann.
Entwicklung von Erziehung und Unterricht im Sinne der weiteren Ausgestaltung des Projektgedanken “Gestalten und Lernen” kann zusammenfassend nur unter Einbeziehung aller am Ausbildungsprozess Beteiligten geschehen. Es wird deutlich, dass es sich dabei um eine weitere wesentliche Dimension im Auftrag der Sonderschule handelt, die einer puren fachspezifischen Ebene übergeordnet ist. Dies in die Ausbildung mit einzubeziehen, ist Hintergrund des Ausbildungsschwerpunktes “Gestalten und Lernen”, der mit dem übergeordneten Begriff der “Kulturarbeit” vergleichbar wird, wie sie in den Sonderpädagogischen Handlungsfeldern in der Ausbildung formuliert wird.
 
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Mitarbeiter


Die Mitarbeiter des Bereichs Gestalten und Lernen

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